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Reisebericht Solomon Islands 2002

von Ernst Knellwolf (Bilder: H. Oberli und E. Knellwolf)

Teil 1 2  3


Die Reise beginnt in Australien, nähe Brisbane am 5. Februar 2002

Dienstag 5. Februar

Ernst Knellwolf

Mein Flug geht heute morgen um 11.00 Uhr vom International Terminal in Brisbane nach Honiara. Zwei Stunden vorher, also um 09.00 Uhr, muss ich dort sein, dies bestätigte mir gestern auch die Auskunft der Vanuatu Airline. Es gilt also früh aufzustehen, denn spätestens um 07.00 Uhr muss ich hier in Blackbutt abfahren. Die Fahrt verläuft bis kurz vor Brisbane gut, dann plötzlich Stau auf der Autobahn. Der löst sich aber rasch auf, und ich komme zur Zeit im Flughafen an. Die üblichen Formalitäten bei der Autovermietung, der Fluggesellschaft und bei der Ausreise sind schnell erledigt. Die Gepäckkontrolle verlangt von mir, dass ich beim Laptop die Batterien zeige. Ich weiss beim besten Willen nicht, wie man das Batteriefach öffnet, und das gibt hier einige Aufregung. Mehrere Sicherheitsbeamte befassen sich mit meinem Laptop, keiner kann ihn öffnen, und schlussendlich werden Sprengstoff-schnüffler und ein Hund geholt, der auch noch seine Nase an meinen Laptop halten muss. Nach einer halben Stunde kommt das O.K., und ich darf weiterziehen. Kaum habe ich meinen letzten Kaffee bestellt, aber nicht getrunken, kommt schon der Aufruf zum Einsteigen.

Der Flug war problemlos und pünktlich, und so erreichte ich Honiara um 15.00. Die Einreise nach Solomon Islands für Touristen war sehr mühsam, jeder wurde länger befragt, und so war Warten angesagt in der heissen Ankunftshalle. Die Einreisebeamtin, die mich befragte, sah im Pass, dass ich nicht das erste Mal hier bin, und für meine Wohnadresse habe ich das Central Hospital in Honiara angegeben, was sie etwas stutzig machte. Sie fragte mich sofort, was ich denn hier machen wolle als Tourist. Ich fragte Sie zurück, ob Sie Dr. Oberli kenne. Da bekam ihr strenges Gesicht ein Lächeln, und Sie zeigte mir eine lange, feine Operationsnarbe an ihrem Arm und sagte mir: "Dr. Oberli ist mein Arzt". Damit war mein Einreisegespräch erledigt, das Visum erteilt und ich konnte weiter zum Gepäck. Beim Warten aufs Gepäck dreht sich neben mir eine Frau um und sagt "Hello Ernest". Ich erkannte sie sofort wieder: Sie war letztes Jahr mit uns zusammen in Tavanipupu. Mein Gepäck traf dann ziemlich schnell ein, und ich ging durch den Zoll, wo Hermann auf mich wartete. Auf der kurzen Fahrt zu seinem Haus erklärte er mir, dass die politische Situation hier einiges schlechter geworden ist seit dem letzten Jahr, aber dass weniger geschossen wird, dass die technischen Einrichtungen im Spital in einem katastrophalen Zustand sind, und dass er in einem anderen Haus wohnt. Elisabeth ist noch in der Schweiz, und so haben wir selber zu kochen. Eine Überraschung erlebte ich noch kurz bevor ich ins Bett gehen wollte: Eine Schlange wartete vor meiner Zimmertüre.

Mittwoch 6. Februar

Das erste, was mich Hermann heute morgen fragt, hast du die Schiesserei diese Nacht gehört? Ich hatte gut geschlafen und von dem nichts mitbekommen. Heute morgen fahren wir zusammen mit Dieter Fenner, einem Schweizer Arzt, der mit seiner Familie in der Nähe wohnt, in das Spital. Hier treffe ich einige bekannte Gesichter wieder. Hermann zeigt mir einige seiner Probleme, wir besichtigen den Klinikneubau, der zügig voran geht, und ich mache auch noch einen kurzen Besuch in der Dental Clinic.

Container im Garten

Neben dem Haus von Hermann steht ein Container mit Material aus der Schweiz, der ausgeräumt werden sollte. Gegen Abend holen wir noch 2 Computer aus dem Container, um diese neu zu konfigurieren und das Windows darauf zu laden. Hermann hat aber einige Probleme mit der Neukonfiguration dieser PCs, 2 von 10 PCs geben überhaupt kein Lebenszeichen mehr, und diese nehme ich morgen in die Werkstatt ins Spital.



Donnerstag 6. Februar

Das erste Mal in meinem Leben zerlege ich einen Computer in seine Einzelteile und hoffe, dass ich daran einen Fehler finden kann. Tatsächlich finde ich auf einem Print eine defekte Feinsicherung. Diese auszuwechseln ist aber nicht ganz einfach, ich muss das Netzteil komplett zerlegen. Woher nehme ich nun eine neue Sicherung? Ich finde eine viel zu grosse, zum Probieren geht diese auch. Es tut sich noch nichts, es ist noch mehr defekt. Nach längerem Absuchen auf dem Eingangsprint finde ich zusammen mit einem Spitalelektriker einen verbrannten Widerstand. Dies ist das Resultat der grossen Spannungsschwankungen hier im Netz. Der zweite PC hat genau die gleichen Probleme. Woher nehme ich nun auch noch die Widerstände? Nach langem Suchen finden wir 2 Widerstände und eine Feinsicherung. Damit können wir einen PC reparieren und siehe da, er läuft.

Transport der Röntgengeräte

Am Nachmittag ist das Wetter etwas besser. Wir organisieren vom Roten Kreuz einen Lastwagen, um vom Zentrallager 2 Röntgenapparate zu holen, diese sollten 2 defekte Geräte im Operationssaal ersetzen. In einer zweiten Fahrt holten wir noch einiges aus dem Container. Einen Untersuchungstisch, eine Operationslampe und vieles mehr für den Operationssaal. Auf der Fahrt zurück zum Spital beginnt es wieder stark zu regnen, alles wird nass, auch die vielen Helfer, die wir aus dem Spital mitgenommen haben, und die auf der Brücke mitfahren. Bis wir abgeladen haben, ist es bereits wieder zu spät, um noch Sicherungen und Widerstände zu kaufen.



Freitag 7. Februar

Ich suche alle die Einzelteile für die Operationslampe zusammen und versuche mir ein Bild zu machen, wie diese etwa aussehen könnte und wie sie im OP eingebaut werden kann. Mit Sicherheit ist sie zu hoch, sie muss also gekürzt werden, wie, das wissen wir noch nicht. Ich stelle fest, das diese mit 24 Volt betrieben werden muss, aber es ist kein Trafo vorhanden, und eine Spezialglühlampe hat den Transport nicht überstanden. Hier komme ich nicht mehr weiter, vor allem muss ich auch noch die genaue Höhe des OPs messen, damit ich weiss, wie viel ich die Lampe kürzen muss.

Jetzt gehe ich auf die Suche nach den Röntgenapparaten, die wir gestern bei der Notfallaufnahme abgeladen haben. Dort sagen sie mir, dass sie diese in den OP 3 gestellt haben. Wo der genau ist, weiss ich nicht, aber vom Operationstrakt komme ich gerade, und ich habe dort nichts gesehen. Zurück im Operationstrakt frage ich nach dem OP 3 und den Röntgengeräten. Bei der zweiten Schwester habe ich Erfolg, sie lacht, diese haben wir dort versorgt und auch gereinigt, was auch bitter nötig war. Sie zeigt mir den OP 3, und hier sind auch die Geräte, etwas oberflächlich gereinigt, aber sie sind da. Das wichtigste für Hermann ist, dass er so schnell wie möglich ein funktionierendes Gerät im OP 1 hat. Nach Rücksprache mit ihm benütze ich den OP 3 als Elektrowerkstatt. Das erste Gerät wird in all seinen mechanischen Bewegungen wieder gängig gemacht und gründlich gereinigt, dann ein ortsüblicher elektrischer Stecker montiert, und die beiden Teile des Gerät werden elektrisch miteinander verbunden. So, nun kommt die Hauptprobe, aber in diesem Raum funktioniert der Strom halt wieder nicht. Jetzt beginnt die Suche nach einem Elektriker, der weiss, wo die Sicherungen zu finden sind. Nach etwa einer Stunde haben der Elektriker und ich auch dieses Problem gelöst. Nun beginnt der Test, ich schalte das Gerät ein. Die Sicherung hält, keine Rauchzeichen aus dem Gerät, und am Bildschirm tut sich etwas, aber es erscheint mir als ein ungewöhnliches Bild. Ich habe natürlich keine Ahnung von einem Röntgenapparat und weiss auch nicht, wie man diesen bedient. Jetzt muss ich Hermann irgendwo suchen, er muss mir die Bedienung erklären. Leider hat er unmittelbar keine Zeit zum Vorbeischauen, er sagt mir nur, da kannst du nicht viel falsch machen, mache eine Aufnahme, stehe nicht zu nahe am Gerät und dann siehst du schnell, ob es funktioniert. So gehe ich halt alleine zurück und mache mit einem unguten Gefühl meine erste Röntgenaufnahme. Das Bild war tatsächlich nicht brauchbar, aber vielleicht lag das ja auch an mir. Später testen wir zusammen und kommen zum gleichen Ergebnis. Dieses Gerät funktioniert nicht, es ist eine Enttäuschung. Das zweite Gerät, das noch hier ist, kennt auch Hermann nicht, und zusätzlich hat es einen so grossen Stromanschluss, den wir hier nicht zur Verfügung haben, also lassen wir dieses im Moment ebenfalls stehen. Was tun, um so schnell wie möglich zu einem brauchbaren Gerät zu kommen? Aus den beschriebenen Problemen scheint mir, dass das Gerät, das jetzt im OP 1 steht, am schnellsten repariert ist. Mit diesem kann man noch ein Bild produzieren, aber die Höhenverstellung geht nicht mehr, also müssen sie jetzt im OP mit dem OP Tisch auf und ab fahren was sehr umständlich ist. Dieses Gerät wird nun vom Personal vom OP 1 in den OP 3, meiner Werkstatt, gefahren. Ich entferne die Verschalung, so dass ich zu den Innereien komme, hier gibt es nämlich noch versteckte Feinsicherungen, die es zu finden gilt. Was ich hier finde, ist eine kleine Überraschung: Ein zur Zeit unbewohntes Rattennest! Der Platz zwischen den Printplatten ist vollgestopft mit Watte und Gazen, und auf den Printplatten liegt der ganze Unrat und Abfall der Ratten, und einige Kabel sind angenagt, aber immer noch funktionstüchtig.

Ernst Knellwolf und Sr. Esther zeigen das Nest Das Nest

Ich räume das Gröbste aus und suche meine Feinsicherungen, die alle ganz sind. Der Antrieb für die Höhenverstellung geht mit einem Elektromotor über einen Keilriemen auf eine Spindel. Von Hand lässt sich der Keilriemen nicht bewegen, was mich etwas stutzig macht. Jetzt messe ich die Spannung am Motor, die ist in Ordnung, und ich sehe, dass der Motor eigentlich drehen möchte, aber blockiert ist. Damit ich zum Antrieb komme, muss das Gerät auf die Seite gelegt werden, dafür trommelt Hermann das halbe OP Personal zusammen. Kaum auf die Seite gelegt, sehen wir das Übel. Im Keilriemen hat sich ein grosser Knäuel aus Gaze und Watte eingeklemmt, ein Teil vom Rattennest, und blockiert somit die Höhenverstellung. Ein kurzer Funktionstest nach Entfernen der Gaze zeigt, dass eigentlich alles wieder funktioniert. Inzwischen ist es Abend geworden, wir lassen alles so liegen und verschieben die gründliche Reinigung auf morgen. Jetzt haben wir ein Bier verdient. Auf der Heimfahrt stellen wir fest, dass wir immer noch keine Sicherungen für den PC haben und dass die Läden halt schon wieder geschlossen sind.

Zum Nachtessen sind wir bei der Familie Fenner eingeladen, was unsere Hausarbeit natürlich erleichtert.

Samstag 9. Februar

Heute morgen kann ich mit Fenners in die Stadt fahren. Yannick, der ältere Sohn, möchte irgendwo auf einem PC ins Internet, und er zeigt mir, wo es eine Möglichkeit gibt. Ich möchte diese Gelegenheit für mich auch nutzen. Dort angekommen, ist alles im Dunkel, es hat halt wieder einmal keinen Strom in diesem Stadtteil. Susanne weiss noch einen zweiten Ort in der Stadt, und den suchen wir nun. Hier können wir für 5 Solomon Dollar die halbe Stunde einen PC benutzen und kommen sogar aufs Internet. Ich habe meinen Brief nach Hause fast fertig geschrieben, da fällt auch hier der Strom aus, und ich kann nach einer längeren Pause von vorne anfangen. Den halben Vormittag verbringe ich am PC, bis ich die wenigen Zeilen abschicken kann. Nachher fahre ich zum Spital, reinige den Röntgenapparat und baue ihn wieder zusammen. Dieser funktioniert nun tadellos und kann in den OP 1 gebracht werden. Auf dem Heimweg suchen wir einen Laden für Sicherungen, aber die Geschäfte sind bereits geschlossen.

Heute sind wir bei einem Indischen Arzt zum Nachtessen eingeladen.

Sonntag 10. Februar

Zum Mittagessen fahren wir in den Yachtclub, wo Hermann einige Freunde trifft. Er fährt aber rasch wieder zurück nach Hause. Ich bleibe noch eine Weile dort und schaue den Segelschülern zu. Später fahre ich mit dem Einheimischenbus alleine zurück. Dieser Bus hält immer gerade dort wo, man will, man muss ihm nur ein Zeichen geben, und dies heisst "sssst". Zu Hause ist die Familie Fenner und schaut sich gerade Videos aus der Schweiz an, ich kann den Alpstein mit Seealpsee, Fälensee und die Bollenwees sehen hier in Honiara.

Montag 11. Februar

Heute befasse ich mich nochmals mit dem neu eingetroffenen Röntgenapparat. Ich zerlege diesen so gut wie möglich und suche nach möglichen Fehlern. Sämtliche Sicherungen und Steckverbindungen teste ich durch, und alle sind in Ordnung. Dort, wo beim anderen Gerät ein Rattennest war, ist eine Blackbox eingebaut, und aus dieser tropft eine zähflüssige, klebrige Sauce. Das ist ungewöhnlich und vielleicht die Ursache des Problems. Weiter finde ich ein Potentiometer mit Schalter, das in der Bedienungsplatte eingebaut ist, das nur noch in seinen Einzelteilen an den Drähten hängt. Ich repariere es und baue es wieder ein. Dies alles bringt nichts, der Röntgenapparat funktioniert nicht. Am Nachmittag machen wir einen Versuch, Feinsicherungen und Widerstände zu kaufen. Siehe da, im ersten Laden finden wir sehr rasch die richtigen Sicherungen, aber keine Widerstände. Im zweiten Laden ist der Chef nicht dort, der Verkäufer kennt das Material nicht, und somit wird es schwierig. Ich frage ihn nach einer Tabelle für den Farbcode, ja sagt er, die gibt es, aber die Kopie, die er hat, ist nur in schwarz/weiss, und die nützt uns und ihm natürlich nichts. Wir sollten noch 7 Meter Kabel und eine Steckdose für zu Hause kaufen. Im nächsten Laden finden wir das Kabel, aber keine Steckdose. Hier erfahren wir auch noch, dass heute Morgen in der Stadt ein Mann aus Neuseeland ermordet worden ist. Das macht die ganze Situation hier natürlich noch viel schwieriger.

Beim Einkauf

Unsere Steckdose finden wir schlussendlich in einem nächsten Laden. Mit all dem Material fahren wir zurück zum Spital. Zuerst will ich den letzten PC noch fertig bestücken mit der neuen Sicherung. Der Spitalelektriker hat das aber bereits für mich gemacht, und so gebe ich ihm halt die Sicherung zurück. Nun gehe ich zurück in den OP, dort gibt es noch einen zweiten Röntgenapparat in einem Behandlungszimmer, der nicht mehr funktioniert. An dieses Gerät kann ich nur am späteren Nachmittag, weil der Raum vorher jeweils für Patienten gebraucht wird. Hermann glaubt, dass dies keine grosse Sache sei, wahrscheinlich eine kaputte Sicherung, weil das Gerät ja bis vor kurzem noch funktioniert hat. Kaum habe ich die Verschalung abmontiert, sehe ich bereits wieder Watte, Gaze und Rattenscheisse. Die ganze Sache von der Nähe betrachtet, zeigt, dass jede Menge abgebissene Kabel herumliegen. Jetzt ist es klar, das gibt eine grössere Sache. Ich montiere die Verschalung wieder. Dieses Gerät muss in meine Elektrowerkstatt in den OP 3.

Dienstag 12. Februar

Zuerst gilt es, verschiedenes Material für die Reparaturarbeiten zusammen zu suchen, Litzen in verschiedenen Farben und verschiedenen Querschnitten, Lötkolben und Lötzinn. Litzen gibt es nur in alten defekten Geräten, die haufenweise herumliegen, also schlachte ich irgendeine alte Kiste aus. Den ganzen Tag versuche ich, alle die abgenagten Kabel wieder miteinander zu verbinden. Ein erster Test gegen Abend zeigt noch keinen Erfolg, es läuft noch nichts.

Heute Nachmittag trifft Elisabeth wieder hier in Honiara ein, sie war einen Monat in der Schweiz. Hermann ist natürlich sehr froh, jetzt herrschen dann im Haushalt wieder normale Verhältnisse, denn von der ewigen Noodlesoup haben wir langsam genug. Schon am ersten Abend wird uns ein feines Nachtessen aufgetischt.

Mittwoch 13. Februar

Die Suche nach defekten Kabeln geht weiter, aber ohne Erfolg. Zwischendurch mache ich noch einen Test mit einem anderen Röntgengerät, das aus Tübingen stammt. Hermann kennt dieses Gerät auch nicht, und so versuchen wir es zusammen. Wir stellen aber gleich am Anfang fest, dass es hier schon wieder irgendwelche Nagetiere haben muss. Das Gerät lässt sich nicht einmal einschalten. Ich öffne die Netzversorgung und stelle mit Schrecken fest, dass Rattenschutz am Röntgengeräthier drin die Ratten auch gewütet haben. Dieser Teil des Gerätes ist nicht mehr zu retten. Das Aufnahmegerät ist noch unberührt, aber gefährdet, denn es hat viele Öffnungen im Gehäuse, so wie das andere funktionierende Gerät auch. Das oberste Ziel ist es nun, die guten Geräte vor den Ratten zu schützen. Es müssen unbedingt Rattenfallen her, die sind zwar seit November vom OP Team bestellt, aber nie beschafft worden mangels Geld in der Kasse vom Spital. Elisabeth bringt sofort Geld für die Rattenfallen, und Hermann und ich kaufen Drahtgitter, damit ich die Geräte mit diesem Gitter schützen kann. Mit dem Elektriker zusammen fahre ich am Nachmittag in die Stadt, um Kupferrohre mit Zubehör einzukaufen. Ebenfalls versuchen wir, einen Transformer für die neue OP Lampe, die ohne Trafo geliefert wurde, zu beschaffen, ohne Erfolg. Den müssen wir nun in Australien bestellen und wahrscheinlich eine längere Wartefrist in Kauf nehmen. Die Rattenfallen werden kurz vor Feierabend vom OP Team im OP 1 und OP 3 gerichtet, unter der Aufsicht von Hermann und mir.

Donnerstag 14. Februar

Für heute wurde mir ein Sanitärler versprochen, der mir die Kupferleitungen in den Patientenräumen montiert. Bei der Ankunft im Spital suchen wir zuerst nach diesem. Es ist natürlich, wie erwartet, keiner aufzutreiben. Die meisten Spitalhandwerker erscheinen so etwa gegen 9.00 Uhr, dann haben sie sofort eine dringende Arbeit zu erledigen, häufig sogar privater Natur, und man sieht sie den ganzen Tag nicht mehr. So ist es auch heute. Ich gehe in den OP und beschäftige mich mit den Röntgengeräten. Im OP 3 ist die Rattenfalle bereits entfernt, aber dafür sehe ich noch eine grössere Unordnung an deren Platz. Stolz ruft mich eine OP Schwester, die erste Ratte ist gefangen, und sie zeigt sie mir.

Am Mittag zügle ich in eine andere Unterkunft, morgen früh kommt eben die Tochter Bettina zu Besuch, und somit benötigen Oberlis das Gästezimmer. Mein neues Zuhause ist bei einer Familie aus New Zealand. Bei ihnen wurde zwar erst gerade über Nacht eingebrochen und einiges aus der Stube abtransportiert. Sie waren zu Hause, haben geschlafen und nichts gehört. Elisabeth meinte, ein zweites Mal kommen sie nicht so rasch wieder, also ist dieses Haus relativ sicher.

Heute ist Valentinstag, und der wird hier gefeiert. Im Honiara Hotel gibt es einen grossen Anlass mit Nachtessen und vielen Darbietungen und Tänzen von Einheimischen. Ich gehe zusammen mit Oberlis und Fenners. Es ist ein sehr schöner Abend.

Freitag 15. Februar

Rattenschutz am Röntgengerät

Die zweite Ratte ist heute morgen in der Falle vom OP 1. Auch heute hat jeder Spitalhandwerker sofort eine Ausrede, keiner ist bereit, die Rohre zu verlegen. Ich verpacke nun noch das letzte Gerät mit Drahtgitter und treffe dann einige Vorbereitungen zum Verlegen der Rohre. Inzwischen ist auch Hermann wieder zurück vom Flugplatz, er hat seine Tochter abgeholt. Er fragt nun einen OP Mitarbeiter, ob er bereit wäre, mit mir die Leitungen zu verlegen. Er macht mit, und so packen wir es sofort an. Zusammen bohren, hämmern und schrauben wir zwischen den Patientenbetten. Die Patienten selber, die nicht gerade liegen müssen, sind sofort zur Stelle und schauen uns interessiert zu und helfen auch wo es geht.

Zum Nachtessen bin ich wieder bei Oberlis. Nebst Bettina und ihrem Freund ist auch noch ein Schweizer, der hier auf einer einsamen Insel wohnt, mit seiner Frau zum Nachtessen da. Seine Frau kommt von dieser Insel. Bettina ist hier, um für das Schweizer Fernsehen einen Dokumentarfilm über diesen Schweizer und seine Insel zu drehen. Die ersten Vorbereitungen werden natürlich bereits während dem Nachtessen getroffen.

Samstag 16. Februar

Zuerst fahre ich mit Fenners zusammen in die Stadt zum Internet Café, um meine Verbindungen in die übrige Welt aufrecht zu erhalten und einige Informationen abzuholen. Anschliessend fahre ich sofort zurück ins Spital, um mit Peter, dem OP Mitarbeiter, an den Kupferleitungen weiter zu arbeiten. Am Nachmittag erledige ich meine Schreibarbeiten.

Sonntag 17. Februar

Nach einem späten Morgenessen verbringe ich den Sonntag mit Lesen und Fotos Kopieren auf den Laptop. Über den Mittag fahre ich zum Yacht Club.

Fortsetzung

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