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Bei den Kindern im National Referral Hospital in Honiara

von Mike (Bilder: R. Leimbacher)

 

Mike

Guten Tag. Ich bin Mike. Ich bin sechs Jahre alt und komme ursprünglich nicht von den Solomon Islands. Aber ich durfte einige Wochen da sein! Meine Zeit verbrachte ich in der Kinderabteilung im National Referral Hospital in Honiara. Nein, nein, ich war nicht krank! Ich durfte mit einer Kindergärtnerin dort hin mit. Mit ihr zusammen konnte ich so einiges erleben.

Im Gepäck hatten wir viele Farbstifte, Hefte, Papier und Scheren, die wir von den Firmen Caran d'Ache und Ingold aus der Schweiz grosszügigerweise erhalten haben. Wir wussten nicht genau, was uns da erwarten wird und waren natürlich sehr gespannt.


Mike und Margaret

Während den ersten Stunden gingen wir von Bett zu Bett und stellten uns vor. Phu... all die vielen Namen - ich konnte sie mir nicht alle merken. Die Kinder glaubten, ich komme auch von den Solomon Islands, aber weil ich kein "Pijin" sprechen konnte, war der Fall dann sofort klar. Doch auch mit Englisch konnten wir uns verständigen, und ich fand die Kinder von Anfang an lieb, ausser die kleinen Babys, die haben nämlich immer geschrieen wenn wir aufgetaucht sind. Am Morgen hat jeweils eine Einheimische die Kinder in einem kleinen Zimmer unterrichtet. Das nahm natürlich Rahel und mich wunder. Wir durften an einem Morgen zusehen. Uns ist sofort aufgefallen, dass die nur sehr religiöse Lieder singen. Dann wurde Rahel aufgefordert, auch einmal zu unterrichten. Da durfte ich mich mit ihr ganz vorne hinsetzen, und wir haben ein neues lustiges Lied vorgesungen. Die anderen Kinder haben es sofort gelernt, und wir haben es immer wieder gesungen. Von diesem Moment an ging ich dann jeden Morgen mit den anderen Kindern in die Schule. Rahel kam auch und so unterrichtete manchmal Florie, die dunkelhäutige Frau, und manchmal Rahel. Sie hatten viele Ideen und wechselten sich ab. Mit Rahel haben wir z. B. lustige Sachen gebastelt während die andere Hälfte der Kindergruppe mit Florie rechneten oder Schreiben lernten. Manchmal blieb ich auch alleine im Schulzimmer. Rahel nahm dann etwas Papier, Scheren und Stifte und ging dann zu diesen Kindern, die aus irgendwelchen Gründen nicht aus den Betten gehen konnten. So durften auch diese etwas lernen und basteln.

Je länger wir da waren, desto besser kannten mich die Kinder und wurden immer offener zu mir. Auch in den anderen Abteilungen wussten sie von mir. Wenn ich mit Rahel durch die Gänge ging, hörte ich dann immer wieder "Hello Mike". Ich glaube, sie haben mich fast ein bisschen besser gekannt als Rahel. Aber das störte sie nicht.

Die Namen der Kinder habe ich dann schnell gelernt. Die Kinder kamen wie ich sehr gerne in die Schule. Es waren immer etwa 7 bis 12 Kinder da. Wir hatten wirklich grossen Spass, verbrachten fröhliche Stunden und lernten viele neue Lieder. Nach rund sechs Wochen mussten wir uns dann verabschieden. Es war toll, all diese lieben Menschen kennen zu lernen. Rahel und ich sind dankbar für jeden Moment, den wir mit ihnen erleben durften. Ich werde meine dunkelhäutigen Kameraden nie mehr vergessen - vor allem ihr Lachen nicht.

Mike

Gruppe mit Mike Gruppe

© September 2003 Rahel Leimbacher

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